Ein drastisches Absenken der Körpertemperatur schützt Neugeborene, die bei der Geburt an Sauerstoffmangel litten, vor einer Schädigung des Hirns. Dass diese positiven Auswirkungen über Jahre anhalten, zeigt nun eine Studie im "New England Journal of Medicine".

Ein Forscherteam um Denis Azzopardi vom King's College London hatte 145 Babys behandelt, die bei der Geburt einen Sauerstoffmangel erlitten hatten und infolgedessen ein erhöhtes Risiko einer Hirnschädigung trugen. Die Wissenschaftler senkten kurz nach der Geburt die Körpertemperatur der Babys auf 33 bis 34 Grad Celsius und hielten sie auf diesem Niveau über 72 Stunden bei.

Dass eine solche Kühlbehandlung kurzfristig von Nutzen ist, hatte sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. Nun offenbarten die Nachfolgeuntersuchungen, dass es den inzwischen sechs- und siebenjährigen Kindern auch langfristig besser geht: Die Wahrscheinlichkeit einer unauffälligen Entwicklung liege um 60 Prozent höher als bei unbehandelten Babys. Die Therapie "verdoppelt die Chance eines Kindes auf ein unbeeinträchtigtes Leben", fasst Koautor David Edwards zusammen.

Vermutlich bewahrt das Abkühlen geschädigte Hirnzellen davor, ein Selbstzerstörungsprogramm, die Apoptose, anzuwerfen. Derzeit überprüfen die Wissenschaftler außerdem, ob die Kühlung noch effektiver ist, wenn sie in Kombination mit anderen Methoden, wie der Gabe des Blutbildners Erythropoetin oder von Xenon, erfolgt, heißt es in einem Bericht bei "Nature".