Die Eier vieler Wildvögel verhindern einen Sonnenbrand der ungeschlüpften Küken, meinen Forscher aus England – vor allem aus diesem Grund seien die Eierschalen mit ausgewählten Farbstoffen pigmentiert, die bestimmte Wellenlängen besonders gut aus dem Sonnenlicht filtern. Das schließen die Forscher aus den Analysen von 74 auf den Britischen Inseln brütenden Vogelarten.

Eier des Baird-Strandläufers im Nest
© U.S. Fish and Wildlife Service
(Ausschnitt)
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Dabei wurde deutlich, dass Schalendicke, Färbung und Durchlässigkeit der Eier austariert und auf die Anforderungen am jeweiligen Brutplatz optimal abgestimmt sind. Generell seien beispielsweise häufig während der Brut offen liegende Eier – etwa von Austernfischern und Skuas – gegen Sonneneinstrahlung besser geschützt. Auffällig aber: Kein Ei sei so konstruiert, dass überhaupt kein Licht mehr zu den Küken gelangt, obwohl das durch dicke und dunkle Schalen ja durchaus möglich wäre. Stattdessen kommen unterschiedliche, die für die herrschenden Anforderungen jeweils sinnvollsten Pigmente zum Einsatz, die verschiedene Bereiche des Farbspektrums filtern – etwa bei blauen Eiern das Biliverdin oder bei schwarzen Flecken das Protoporphyrin. Dabei kommt es nicht nur auf die Färbung, sondern auch auf die Dicke und Reflexivität der Oberfläche an.

Typischerweise gelangt bei den diversen Schalendesigns immer noch Licht des für Menschen blau-grünen erscheinenden Wellenlängenbereichs von etwa 435 Nanometern ins Eiinnere. Dafür sollte es Gründe geben, meinen die Forscher, die bisher aber noch nicht bekannt seien. Vielleicht unterstützen die Lichtwellen die Embryonalentwicklung.