Zwar ist er mit dem bloßen Auge nicht zu sehen, aber schon ein Feldstecher oder ein kleines Teleskop reichen aus, um den Kometen C/2013 US10 Catalina im Januar am Abendhimmel zu sichten. Dort erscheint er dann als ein kleiner diffuser Fleck. Catalina wird aber von unseren astrofotografiebegeisterten Lesern intensiv verfolgt, wenn es das Wetter zulässt. Dabei entstanden prachtvolle Aufnahmen des Schweifsterns, die Sie in unserer Leserbildgalerie finden. Weitere sehr attraktive Aufnahmen präsentiert Ihnen auch unsere Rubrik "Wunder des Weltalls" im Februarheft 2016 von "Sterne und Weltraum" (kostenpflichtig).

Komet C/2013 US10 Catalina am 9. Januar 2016
© Reiner Guse
(Ausschnitt)
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In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2016 fotografierte Reiner Guse den Kometen Catalina durch einen Refraktor mit zehn Zentimeter Objektivdurchmesser. Seine Aufnahme lässt deutlich den geraden Gasschweif und den stark gekrümmten, aufgefächerten Staubschweif erkennen, der in eine andere Richtung weist.

Der Schweifstern ließ sich im Sommer und Herbst letzten Jahres zunächst nur am Südhimmel beobachten, seit Mitte Dezember 2015 ist er nun auch von unseren Breiten aus sichtbar. Zunächst bestand die Hoffnung, dass sich Catalina zu einem Kometen für das bloße Auge entwickeln könnte, aber seine maximale Helligkeit liegt mit rund 6,5 mag knapp unterhalb der Wahrnehmungsgrenze des menschlichen Auges. Derzeit hält sich der Schweifstern im Sternbild Großer Bär (Großer Wagen) auf und wandert im Lauf des Januars weiter nach Norden in das Sternbild Drache hinein, ungefähr in Richtung des Himmelspols. Anfang Februar tritt er dann ins unscheinbare Sternbild Giraffe ein.

Bahn des Kometen C/2013 US10 Catalina im Januar 2016 (Aufsuchkarte)
© SuW-Grafik / Ernst E. von Voigt
(Ausschnitt)
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Von Süden kommend durchläuft der Komet Catalina im Januar 2016 die Himmelsregion zwischen den Sternbildern Bärenhüter und Giraffe.

Bei C/2013 US10 Catalina, der im Oktober 2013 vom automatischen Himmelsüberwachungsprogramm "Catalina Sky Survey" entdeckt wurde, lassen sich die gut ausgeprägten Gas- und Staubschweife erkennen, die in deutlich unterschiedliche Richtungen weisen. Der Gas- oder Ionenschweif zeigt dabei stets direkt von der Sonne weg, während sich der aus feinen Partikeln bestehende Staubschweif entlang der Umlaufbahn des Kometenkerns um die Sonne krümmt. Seine Partikel werden nur zum Teil vom Lichtdruck der Sonne beeinflusst, so dass sie annähernd in Keplerbahnen um unser Zentralgestirn laufen. Wir sehen den Kometen derzeit von der Seite und von "hinten", so dass sich die unterschiedlichen Ausrichtungen der Schweife auf Fotografien sehr deutlich zeigen. Ein Blick durch ein Teleskop lohnt sich also.