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Himmelskörper

Ein Exoplanet mit blauem Himmel

Die Analyse von Exoplaneten hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Selbst kleinere Himmelskörper geben nun Geheimnisse ihrer Atmosphäre preis.
Exoplanet GJ 3470b in künstlerischer Darstellung

In nur 100 Lichtjahren Entfernung kreist der Exoplanet GJ 3470b um seinen Stern, einen Roten Zwerg. Der Planet ist nur viermal so groß wie die Erde und entspricht damit eher dem Neptun als einem heißen Jupiter, dennoch reicht seine Größe aus, um einen beträchtlichen Teil des Lichts seiner Sonne abzuschirmen, wenn er an dieser vorüberzieht. Und da sich zugleich die Messtechnik in den letzten Jahren gewaltig verbessert hat, konnte ein Astronomenteam um Diana Dragomir von der University of Chicago die Atmosphäre des Himmelskörpers analysieren – um genau zu sein, ist GJ 3470b der bislang kleinste Exoplanet, dessen so genannte Rayleigh-Streuung, also die Lichtstreuung an kleinen Molekülen, Forscher nun vermessen konnten. Zur spektroskopischen Vermessung der Exoplanetenatmosphäre trugen unter anderem erstmals zwei Teleskope von der Erde aus bei, die einen relativ kleinen Durchmesser besitzen.

GJ 3470b ist demnach ziemlich bewölkt oder dunstig, doch unter dieser Atmosphärenschicht folgt ein sehr wasserstoffreicher Abschnitt, der ankommendes Licht so streut, dass der Himmel blau erscheint. Der Rote Zwerg, den der Himmelskörper umkreist, ist verglichen mit unserer Sonne relativ kühl und weist eine geringere Masse auf. Erdähnlich ist der Planet trotz des blauen Himmels jedoch nicht.

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