Direkt zum Inhalt
Geparden

Ein Innenohr für Hochgeschwindigkeitsjäger

Der Gepard ist ein Jäger der Extreme: Nicht nur schnell, sondern auch wendig muss er sein. Möglich macht es ein Innenohr, mit dem er unter allen Katzen heraussticht.
Gepard in vollem Lauf

Der ganze Körperbau des Geparden ist auf die Hochgeschwindigkeitsjagd ausgelegt: Damit das Tier mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde hinter seiner Beute herrennen kann, hat es beispielsweise einen schlanken Körperbau mit hochgradig flexibler Wirbelsäule, eine vergrößerte Lunge für eine bessere Sauerstoffversorgung während des Spurts und Krallen, die nur bedingt einziehbar sind und bei Wendemanövern Halt geben.

Einige Anpassungen sind jedoch weniger augenfällig – so wie die, die ein Team um Camille Grohé vom American Museum of Natural History in New York jetzt aufspürte. Messungen an den Schädeln von 15 Katzenarten, darunter zwei ausgestorbene, zeigten, dass das Gleichgewichtsorgan im Innenohr der Geparden durch seine Größenverhältnisse deutlich heraussticht. Nach Meinung der Wissenschaftler erlaubt das vergrößerte Volumen der Bogengänge den Tieren, ihre Lage im Raum, ihre Kopfdrehung und ihre Blickbewegungen besonders fein wahrzunehmen. Das komme ihnen während der turbulenten Jagd auf Antilopen und andere Haken schlagende Beute zugute.

Womöglich hat sich das Gleichgewichtsorgan erst in den letzten paar hunderttausend Jahren so entwickelt, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports". Das ergebe sich aus dem Vergleich mit einem ausgestorbenen Verwandten der heutigen Geparden, dem einst in Europa beheimateten Acinonyx pardinensis. Dessen Gleichgewichtsorgan, so zeigten die hochauflösenden CT-Scans, ähnelt in seinen Dimensionen dem anderer Katzen. Das spezialisierte Innenohr der heutigen Geparden scheint sich demnach erst nach der Trennung der beiden Arten herausgebildet zu haben.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Vielen Dank!

SciViews