Die lokale Bevölkerung kannte die Smaragdhornlanzenotter (Ophryacus smaragdinus) wohl schon länger, denn sie hatte einen eigenen Namen für die Art: "torito" – kleiner Stier. Wissenschaftlich beschrieben wurde das Reptil dagegen erst jetzt durch Christoph Grünwald von der mexikanischen Naturschutzorganisation Biodiversa und seinen Kollegen im Journal "Mesoamerican Herpetology". Die Giftschlange lebt in den stark bedrohten Nebelwäldern der Sierra Madre Oriental im mexikanischen Bundesstaat Veracruz und angrenzenden Regionen, von denen nur noch wenige intakte Gebiete übrig geblieben sind. Bislang wurde die Smaragdhornlanzenotter nur an wenigen Stellen nachgewiesen, weshalb die Art wohl selbst ebenfalls gefährdet ist, zumal sie in den wenigen vorhandenen Schutzgebieten noch nicht gefunden wurde.

Viele Bergregenwälder Mexikos werden durch Holzeinschlag und Rodung für die Landwirtschaft zerstört. Ob die neu entdeckte Giftschlange zukünftig auch durch illegalen Handel bedroht wird, steht noch nicht fest, ist aber wahrscheinlich. In den letzten Jahren mehrten sich die Fälle, in denen Wilderer wissenschaftliche Publikationen durchforsteten und in den angegebenen Herkunftsregionen gezielt den Tieren nachstellten. Ganze Populationen etwa von verschiedenen Gecko- oder Schildkrötenarten wurden dadurch schon ausgelöscht, wie der "Guardian" meldete. Einige Journals verzichten daher mittlerweile auf genaue Ortsangaben, um die Arten zu schützen. Die Daten werden nur an Regierungsbehörden und andere Forscher auf Nachfrage herausgegeben.