Am 4. Januar 2011 lässt sich in den Morgenstunden eine partielle Sonnenfinsternis mit hohem Verfinsterungsgrad beobachten.

Die partielle Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011
© Sterne und Weltraum
(Ausschnitt)
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In vielen Teilen Deutschlands geht die Sonne schon teilverfinstert auf (siehe Tabelle). Der maximale Bedeckungsgrad steigt von Süd nach Nord an, von knapp 70 Prozent im Alpenraum auf 82 Prozent in Schweden. Zugleich nähert sich dabei der Zeitpunkt des Maximums demjenigen des Sonnenaufgangs an. In Frankfurt am Main steht die Sonne während der maximalen Bedeckungsphase von 70 Prozent gegen 9:18 Uhr (alle Zeiten in MEZ) nur rund sechs Grad hoch im Südosten, in Hamburg mit rund 74 Prozent gegen 9:25 Uhr sogar nur vier Grad. Die anschließende Dauer von der maximalen Verfinsterung bis zum Bedeckungsende beträgt mehr als eine Stunde. Der letzte Kontakt wird in Frankfurt am Main gegen 10:41 Uhr eintreten.

Wer seinen Winterurlaub gerade an der schwedischen Ostseeküste verbringt, der kann bei gutem Wetter beobachten, wie eine dünne Sonnensichel direkt aus dem Meer aufgeht! Kein schlechtes Programm für einen morgendlichen Strandspaziergang, und das zur äußerst zivilen Zeit von 9:45 Uhr.

Wegen der am Horizont sehr schlechten Luftruhe lässt sich ein großes Teleskop bei diesem Ereignis nicht richtig ausnutzen. Für die Fotografie kommt daher am ehesten ein starkes Teleobjektiv in Frage, auch eine Videokamera mit großem optischen Zoom, und für visuelle Beobachtungen ein kleiner Refraktor, jeweils auf einem soliden Stativ montiert. Diese Ausrüstung ist auch leicht zu transportieren, sodass man damit einen Ort mit guter Sicht bis zum Südosthorizont herunter aufsuchen kann, vielleicht auf einem Berg oder an einem Strand. Aber blicken Sie nie mit dem Teleskop in die Sonne, ohne zuvor eine genügend starke Filterung vor dem Objektiv angebracht zu haben! Schwere bleibende Augenschäden sind selbst bei stärkerem Dunst die unausweichliche Folge. Weitere Tipps zur sicheren Sonnenbeobachtung finden Sie am Schluss des Beitrags.

Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011
© Fred Espenak / NASA / SuW-Grafik
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Bei guter Durchsicht lässt sich der Verlauf der Sonnenfinsternis schon recht bald mit der bewährten und völlig ungefährlichen Projektionsmethode verfolgen. Dazu verwendet man am besten ein nicht zu starkes Okular, vielleicht von 20 Millimeter Brennweite. In einem passenden Abstand wird dann einfach ein Karton mit feinem, weißen Zeichenpapier gehalten. Auf jeden Fall bietet der 4. Januar gerade den Besitzern kleiner Optiken eine spannende Unterhaltung zu angenehmer Tageszeit!

Senden Sie uns doch Ihre Aufnahmen der Sonnenfinsternis unter Wunder des Weltalls zu, eine Auswahl der schönsten Bilder wird dann in einem der nächsten Hefte von "Sterne und Weltraum" erscheinen.

Klaus-Peter Schröder

So filtern Sie richtig und schützen Ihre Augen!

Ein normaler visueller Sonnenfilter weist einen Lichtabschwächungsfaktor von 1:100 000 auf, dem logarithmischen Dichtewert 5 entsprechend. An einem normalen Tag leuchtet die Sonne in niedriger Stellung von rund fünf Grad über dem Horizont immerhin mit noch gut zehn Prozent ihrer normalen Helligkeit, wobei eine Filterung von 1:10 000 (Dichte 4) benötigt würde. Dies entspricht der fotografischen Version der Sonnenfolie von Baader Planetarium.
Bei starkem Dunst kann aber auch schon ein Filterfaktor von nur 100, also Dichte 2, ausreichen. Zwei solche Filter hintereinander ergeben ebenfalls Dichte 4. Noch besser ist ein doppelter Polfilter, wobei die eine gegen die andere Komponente verdreht werden kann, zur stufenlosen Helligkeitseinstellung. Steigt dann die Sonne weiter aus dem Dunst, so sollten Sie zusätzlich einen Graufilter von 1:100 zur Hand haben. Diese Filter sind jedoch nicht so einfach vorrätig, sondern müssen erst bestellt werden. Konsultieren Sie daher rechtzeitig ein Fotofachgeschäft oder einen großen Filterhersteller wie Hama.