Noch hat New Horizons nur einen kleinen Bruchteil der Bilder und Messdaten des Pluto-Vorbeiflugs im Juli 2015 zur Erde übermittelt – dennoch blicken die Betreiber bereits auf das nächste Ziel, das die Sonde ansteuern soll: Am 1. Januar 2019 wird sie nach den derzeitigen NASA-Plänen dicht an einem kleinen Mitglied des Kuipergürtels vorbeifliegen. Die Wahl fiel auf den nur etwa 45 Kilometer großen Himmelskörper 2014 MU69, der auch unter der vorläufigen Bezeichnung PT 1 (für englisch: potential target) geführt wurde. Er umrundet die Sonne auf einer mäßig elliptischen Bahn mit einem mittleren Abstand vom 44-fachen der Distanz Erde-Sonne und benötigt für einen Umlauf rund 300 Jahre.

2014 MU69 wurde im Jahr 2014 während einer detaillierten Suche mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgespürt. Dabei hielten die Forscher gezielt nach Himmelskörpern Ausschau, die sich nach dem Pluto-Vorbeiflug von New Horizons erreichen ließen. Insgesamt hatten sie drei in Frage kommende Objekte identifiziert. Bei den nachfolgenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass sich eines davon doch nicht in der Reichweite der Sonde befand.

New Horizons im Umfeld von 2014 MU69
© NASA / Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory / Southwest Research Institute / Steve Gribben
(Ausschnitt)
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Am 1. Januar 2019 soll die Raumsonde New Horizons eng an dem nur rund 45 Kilometer großen Kuipergürtelobjekt 2014 MU69 vorbeifliegen und es dabei im Detail erkunden (künstlerische Darstellung).

Derzeit ist die Fortsetzungsmission für New Horizons nach Beendigung der Übermittlung der Pluto-Daten noch nicht von der NASA genehmigt – die Chancen hierfür stehen aber sehr gut. Um jedoch 2014 MU69 erreichen zu können, müssen noch in diesem Jahr Schubmanöver mit dem Bordantrieb von New Horizons durchgeführt werden. Insgesamt vier Manöver sind im Zeitraum Ende Oktober und Anfang November vorgesehen. Mit 2014 MU69 können die Forscher ein Objekt untersuchen, das sich im Gegensatz zu Pluto und seinen Monden seit seiner Entstehung vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren kaum verändert hat. Es stellt das Material dar, aus dem sich Pluto und die größeren Mitglieder des Kuipergürtels bildeten. Somit können die Forscher mit 2014 MU69 die Urmaterie des Kuipergürtels direkt in Augenschein nehmen.