Etwa ein Drittel aller Entenmuscheln im Ostpazifik hat Plastikteile im Verdauungstrakt. Das stellten Miriam Goldstein, vormals University of California in San Diego und Deb Goodwin von der Sea Education Association in Woods Hole bei Untersuchungen an Tieren aus dem subtropischen Strömungswirbel zwischen dem nordamerikanischen Festland und Hawaii. Anders als Wirbeltiere können die sesshaften Tiere die gefressenen Plastikteile jedoch wieder ausscheiden, die dadurch in die Tiefsee sinken. Die Forscherinnen gehen außerdem davon aus, dass tatsächlich ein noch viel größerer Anteil der Entenmuscheln regelmäßig Plastik frisst – und damit möglicherweise erheblichen Einfluss auf den globalen Kohlenstoffhaushalt nimmt.

Entenmuscheln sind kleine Krebstiere, deren Körper in einem zweischaligen Gehäuse steckt und über einem muskulösen Stiel mit einer Unterlage verbunden ist. Die Tiere wachsen massenhaft auf Treibgut wie losgerissenen Fischerbojen oder anderen Artefakten, die über Jahre hinweg an der Oberfläche des Ozeans treiben. Sie ernähren sich von Plankton, das sie sich mit ihren Beinen in den Mund strudeln, und nehmen dabei auch die Plastikteile auf, die sich im Zentrum der Strömungswirbel sammeln. Bis zu 30 Plastikteile fanden die Forscherinnen in den Eingeweiden der Tiere.

"Die gravierendsten Effekte des Plastiks sind möglicherweise sehr subtil", schreibt Goldstein in ihrem Blog. Sie und ihre Kollegin entdeckten die künstlichen Teilchen in den Kotbällchen der Tiere, die als "Meeresschnee" in die Tiefsee sinken und den dortigen Ökosystemen Nährstoffe liefern. Da die subtropischen Wirbel etwa 40 Prozent der Gesamtfläche der Weltmeere einnehmen, vermuten die Forscherinnen, dass der Einfluss des Plastiks auf die Invertebraten dieser Region gravierende Auswirkungen auf den Kohlenstoffhaushalt der Ozeane hat.