Satellitendaten bestätigen, was Klimamodelle schon länger andeuten: Die zunehmende Aufheizung der Erde sorgt dafür, dass sich Wolkenbänder regional verschieben. Während die meist wolkenlosen subtropischen Trockengebiete expandieren, verlagern sich die Zugbahnen außertropischer Stürme zunehmend in Richtung der Pole. Zudem wachsen die Wolkentürme höher in der Atmosphäre, was den planetaren Strahlungshaushalt entsprechend beeinflusst. "Wir legen die erste umfassende Dokumentation vor, dass sich die Wolken gegenwärtig so ändern, wie wir dies laut der Klimamodelle erwarten", fasst Joel Norris von der University of California in San Diego zusammen.

Gemeinsam mit seinem Team analysierte Norris Satellitendaten, die seit Beginn der 1980er Jahre aufgezeichnet worden waren. Ursprünglich wurden die Aufnahmen für Wettervorhersagen gemacht und dienten nicht der Klimaüberwachung. Die Bilder aus der Anfangszeit wiesen daher verzerrende Artefakte auf, welche die Erfassung der Wolkenbedeckung erschwerte. Je nachdem, wie die Umlaufbahn des Satelliten lag, wie die Messinstrumente kalibriert waren oder sich die Sensoren im Laufe der Zeit verschlechterten, veränderte sich die tatsächlich aufgenommene Wolkenbedeckung. Diese Schwächen mussten die Wissenschaftler erst herausrechnen.

Die Auswertungen bestätigten schließlich die Klimamodelle: Regionen, in denen es ohnehin häufiger bewölkt ist, wie die feuchten Tropen oder die gemäßigten Breiten wurden während der letzten Jahrzehnte in ihren Kernregionen noch wolkiger. In den subtropischen Trockengebieten nahm der Bedeckungsgrad dagegen nicht nur weiter ab, sie weiteten sich zusätzlich auch noch aus. Dagegen verlaufen die wolkenreichen Tiefdruckbahnen der Außertropen mittlerweile weiter polwärts – beides hatten Klimamodell vorhergesagt. In den Tropen beobachteten Klimawissenschaftler auch eine Verschiebung der innertropischen Konvergenzzone nach Norden.

Verändert hat sich neben der horizontalen Ausbreitung auch noch die vertikale Erstreckung: Die Aufheizung bewirkt, dass sich die Atmosphäre ausdehnt und Cumuluswolken – typisch für Gewitter – höher aufsteigen. Dadurch verstärkt sich der Treibhauseffekt, weil sie die Abstrahlung von Wärmeenergie ins Weltall verringern. In ihrer Arbeit konnten die Forscher auch zwei starke Vulkanausbrüche nachvollziehen: die Eruption des mexikanischen El Chichón 1982 und des Pinatubos 1991 auf den Philippinen. Beide sorgten mit den ausgestoßenen Aerosolen dafür, dass sich weltweit Wolkenbedeckungen veränderten und sich die Erde in den jeweils folgenden Jahren abkühlte.