Testesser zeigen sich begeistert: "Sie haben Textur und Mundgefühl wirklich genau hingekriegt", schwärmt Emily Byrd vom gemeinnützigen Good Food Institute gegenüber dem Technologiemagazin "Gizmodo". Die Laborfleisch-Lobbyistin war eine der Ersten, die das künstlich erzeugte Hühnchen der Firma Memphis Meats probieren durfte. Das Start-up aus San Francisco servierte auf einer Veranstaltung am Dienstag den geladenen Gästen zwei Klassiker: frittiertes Hühnchen und Ente in Orangensoße.

Lecker aus dem Labor: Ente in Orangensoße
© Memphis Meats
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Memphis Meats gehört zu der Hand voll Unternehmen, die aus Stammzellkulturen im Labor künstliches Muskelgewebe für den Verzehr züchten. Die Hoffnung ist, so künftig auf Tierquälerei und Umweltschäden durch Massentierhaltung verzichten zu können. Vorreiter war der niederländische Kunstgewebeforscher Mark Post, der im Jahr 2013 den ersten Hamburger aus Labor-Rindfleisch präsentierte. Gleich mehrere Firmen haben sich inzwischen erfolgreich am Rindfleisch versucht. Auch geschmacklich scheint sich das Resultat verbessert haben, seinerzeit waren die Urteile der Verkoster noch eher verhalten.

Nun steht auch Geflügel auf der Karte – und damit eine Fleischsorte, die insbesondere in Asien sehr wichtigsten ist. Neben Hühnchen landen dort auch Enten in großer Zahl auf dem Teller.

Ein großer Nachteil der bisherigen Verfahren ist allerdings, dass sie die Zellen in einem Nährmedium wachsen lassen, das aus dem Blut ungeborener Kälber gewonnen wird. Der Einsatz dieses fetalen Kälberserums macht das Kunstfleisch damit am Ende doch wieder problematisch für viele Veganer. Laut "Gizmodo" versucht Memphis Meats das Serum "bei jedem Produktionsschritt aktiv zu vermeiden". Doch wie genau das Hühnchengewebe hergestellt wird, verrät das Unternehmen nur andeutungsweise.

Bislang kostet ein Pfund Kunsthühnchen aus den Laboren von Memphis Meat knapp 9000 US-Dollar. Soll das Fleisch wie geplant in wenigen Jahren marktreif werden, muss dieser Preis freilich noch erheblich gedrückt werden.