Wenn man bestimmen will, wie viele Pinguine einer bestimmten Art es gibt, ist es am einfachsten, die Zahl der Brutpaare zu ermitteln. Dabei fallen die nichtbrütenden Individuen natürlich unter den Tisch, und das hat offenbar dazu geführt, dass die Zahl der Adelie-Pinguine in der Antarktis drastisch unterschätzt wurde. Das geht aus einer jüngst veröffentlichten Studie hervor. Statt 2,4 Millionen Tiere leben im Untersuchungsgebiet, der Ostantarktis, eher an die sechs Millionen Adelies (Pygoscelis adeliae).

Auf die gesamte Antarktis hochgerechnet bedeutet dies, dass es wohl insgesamt 14 bis 16 Millionen Adelies gebe, schreiben die Forscher.

Wissenschaftler um Colin Southwell von der Australian Antarctic Division haben dazu über mehrere Brutsaisons hinweg die Vögel aus der Luft und vom Boden aus gezählt, einzelne Tiere markiert sowie Daten automatischer Kameras ausgewertet. Die Zahl der Tiere, die in einer Brutsaison auf das Nachwuchszeugen verzichten und sich stattdessen – vor den Augen der Satelliten verborgen – im Ozean aufhalten, lag überraschend hoch. Den Forschern zufolge gehört offenbar mehr als jeder zweite Pinguin dazu.

In ihrer Untersuchung ermittelten sie auch, welchen Einfluss die Vögel auf das Ökosystem haben. Allein im Osten der Antarktis würden die Pinguine in jeder Brutsaison geschätzte 193 500 Tonnen Krill und 18 800 Tonnen Fisch vertilgen, so Koautorin Louise Emmerson in einer Pressemitteilung der Australian Antarctic Division. Solche Daten seien wichtig, um Obergrenzen für den Fischfang in der Region festzulegen.