Am 13. Juli werden die Europäischen Weltraumorganisation ESA und EADS Space Transportation einen Vertrag im Wert von einer Milliarde Euro unterzeichnen, der Europas Programm für die Internationalen Raumstation (ISS) voran bringen soll. Der Vertrag erstreckt sich auf anfängliche Einsatztätigkeiten, insbesondere die Vorbereitungen des Betriebs von Columbus, dem ESA-Labor an Bord der ISS, und die Fertigung von sechs europäischen Mehrzweckfrachtschleppern, besser bekannt unter dem Namen Automatisches Transferfahrzeug (ATV, Automated Transfer Vehicle).

EADS erhält von der ESA den Auftrag zum Bau von sechs dieser Versorgungstransportern für die ISS. Einzelheiten des Vertrages sollen am kommenden Dienstag bekannt geben werden. Den Angaben zufolge handelt es sich um eines der größten und technisch anspruchsvollsten Raumfahrzeuge, das je in Europa gebaut wurde. Die Kosten für Entwicklung und Produktion des ersten Exemplars beziffert das Unternehmen allein auf 800 bis 850 Millionen Euro.

Das vollautomatische Fahrzeug soll die Internationale Raumstation mit Trinkwasser, Nahrung, Treibstoff und Geräten versorgen. Es wird außerdem die langsam an Flughöhe verlierende Raumstation regelmäßig wieder um bis zu 30 Kilometer anheben. Auf dem Rückweg zur Erde soll das ATV Müll und nicht mehr benötigtes Material mitnehmen. Das Gefährt verglüht mit seiner Fracht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Das erste Exemplar des maßgeblich in Bremen entwickelten und montierten Raumtransporters soll bereits im kommenden Jahr fliegen. Es wird mit einer Ariane-5-Rakete ins Weltall geschossen, fliegt mit Hilfe eines eigenen Antriebs- und Navigationssystems zur ISS und dockt dort an.