Speisen Frauen zusammen mit Männern, nehmen sie weniger Kalorien zu sich, als wenn sie mit ihresgleichen am Tisch sitzen. Das fanden Wissenschaftler der McMaster University im kanadischen Hamilton heraus, nachdem sie den Einfluss von Geschlecht, Gruppengröße und -zusammensetzung auf die Essenswahl untersucht hatten.

In ihrer Studie beobachteten Meredith Young und ihre Kollegen 469 Personen beziehungsweise 198 Gruppen beim Mittag- und Abendessen in drei großen Universitätsmensen. Die Größe der Runde scheint keine Rolle dabei zu spielen, welches Gericht die weiblichen Probanden aussuchten, resümieren die Forscher.
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Entscheidend sei allein die Anzahl von Männern beziehungsweise Frauen in der Gruppe: Stieg der männliche Anteil, sanken die von den Damen eingenommenen Kalorien.

Genau das Gegenteil passierte bei einem wachsenden femininen Anteil: Tafelten ausschließlich Frauen, erreichte die aufgenommene Kalorienmenge ihr Maximum. Der Energiebedarf der Männer scheint dagegen unabhängig von ihrer Gesellschaft zu sein.

Young ist nicht überrascht von den Ergebnissen – zielt die Diätindustrie doch typischerweise auf das weibliche Geschlecht ab. Zudem werben Firmen mit enorm schlanken Models anstatt mit durchschnittlichen oder sogar übergewichtigen Damen für ihre Produkte. Aus diesem Grund würden kleinere und gesündere Mahlzeiten als femininer angesehen. Und um attraktiver auf die Männerwelt zu wirken, so schließen die Forscher, greifen Frauen – sei es bewusst oder unbewusst – eben zu den kalorienarmen Portionen. (mp)