In der Levante in der Altsteinzeit hielten die Menschen eine Paläodiät mit Nüssen, nahmen diese in einem stark verräucherten Essbereich zu sich und putzen sich anschließend die Zähne mit fasrigen Pflanzenteilen. All das könnte man zumindest aus den Analysen schlussfolgern, die Forscher nun an organischen Resten auf menschlichen Zähnen durchgeführt haben. Diese hatten seit dem Tod des Besitzers in der Qesem-Höhle in Israel gelegen und waren dort besonders gut konserviert worden, weil der Gewölbezugang rund 200 000 Jahre lang verschüttet und so gegen die Außenwelt abgeschirmt war.

Deshalb gelang es Wissenschaftlern, dem Zahnstein durch Analysen einige wertvolle biochemische Details zu entlocken: Die molekularen Reste in den uralten Ablagerungen liefern Indizien über die letzten Mahlzeiten und das Lebensumfeld des Altsteinzeitlers. Auffällig sind etwa die Spuren von Holzkohle im Zahnstein. Sie ergänzen sich gut mit einigen angekohlten Knochenresten in der Höhle, die Forscher als Beleg für frühe Grill- oder Bratversuche interpretieren. Die Analysen ermittelten aber auch Stärkekörner und Spuren von Nüssen, die Ernährung war demnach wohl eher ausgewogen als rein fleischlastig. Auffällig waren Pflanzenfaserspuren und Phytolithe im Zahnstein, welche die Wissenschaftler als Indizien paläolithischer Dentalhygiene sehen. Der Mensch hat womöglich mit Pflanzenfasern die Zahnzwischenräume gesäubert.

Welche Menschen die Höhle in der mittleren Altsteinzeit bewohnten, ist seit einigen Jahren umstritten. Einige Forscher vermuten, dass die vor Ort gefundenen Zähne tatsächlich schon einem modernen Homo sapiens gehörten. Sie sind aber wohl mehr als 200 000 Jahre alt und müssten damit den ersten Vertretern der in Afrika gerade erst entstandenen Art gehören. Die Deutung ist daher unklar – in Frage kommt auch eine Mischform oder ein Neandertaler.