Es soll das größte optische Teleskop des Planeten werden, ein Vorzeigeprojekt der Astronomie. Aber bei Außenstehenden sorgte regelmäßig sein Name für Verwirrung: Das "European Extremely Large Telescope" (E-ELT) ist ein Projekt der Europäischen Südsternwarte (ESO). Sie ist Forschungsinstitut mit Hauptsitz in Garching, an dem 16 europäische Staaten beteiligt sind. Gebaut wird das E-ELT jedoch in Chile – und soll von 2024 an den Nachthimmel der Südhalbkugel beobachten.

Gut möglich, dass man den Namen E-ELT in der ESO-Zentrale nicht nur für verwirrend hielt, sondern auch für sperrig. Oder man wollte der Tatsache Rechnung tragen, dass so ein Riesenteleskop zwangsläufig auch Partner außerhalb Europas hat. Jedenfalls hat sich die ESO nun entschieden, dem Projekt einen neuen Namen zu geben, wie ihr Generaldirektor Tim de Zeeuw in einer Mitteilung schreibt. Die Bezeichnung E-ELT war demnach ohnehin immer nur als Übergangsname gedacht gewesen.

Wer nun allerdings auf einen knackigen Titel gehofft hat, dürfte enttäuscht sein. Die ESO entschied sich weder dafür, das 39-Meter-Teleskop nach dem Vorbild großer Weltraumteleskope nach einer Forscherpersönlichkeit zu benennen ("Hubble", "Spitzer", "Fermi"). Noch ließ sie sich auf eine Online-Abstimmung ein, die womöglich einen unkonventionellen, von Internetnutzern erdachten Namen à la "Boaty McBoatface" ermöglicht hätte. Das European Extremely Large Telescope wird künftig schlichtweg "Extremely Large Telescope" (ELT) heißen. Ein Name also, den viele Beobachter bereits in der Vergangenheit verwendeten – einfach, weil sie das "European" ein wenig unnötig fanden.