Exkursion zum Venustransit 2012

Sonnenaufgang mit Venustransit
© Uwe Reichert
(Ausschnitt)
Nicht vielen Generationen war es vergönnt, zwei Venusdurchgänge zu erleben. Denn ein Venustransit gehört zu den seltensten Phänomenen, die unser Sonnensystem zu bieten hat. Seit Erfindung des Fernrohrs vor 400 Jahren haben sich erst acht Venusdurchgänge ereignet. Und die Anzahl der jeweiligen Beobachter lässt sich kurz zusammenfassen:
1631: 0
1639: 2
1761 und 1769: ca. 100
1874 und 1882: ca. 1000
2004 und 2012: einige Millionen

Nachdem der Venustransit des Jahres 2004 von Deutschland aus in voller Länge und bei bestem Wetter zu beobachten war, stellte ich mir – wie Tausende andere astronomisch Interessierte auch – die Frage: Von wo den Durchgang des Jahres 2012 beobachten? Deutschland würde diesmal keine idealen Voraussetzungen bieten. Denn wenn hierzulande die Sonne aufgehen würde, wäre der Venustransit bereits in vollem Gang – maximal die letzten zwei Stunden des insgesamt 6 Stunden und 40 Minuten währenden Ereignisses würde man verfolgen können. Und die spannendste Frage: Würde das Wetter in Deutschland wieder mitspielen?

Lange vor dem 6. Juni 2012 traf ich für mich die Entscheidung, keine Fernreise zu buchen, sondern flexibel auf die Wetterprognosen zu reagieren. Und diese waren alles andere als rosig: Ein Tiefdruckgebiet hatte Deutschland im Griff, lediglich für den Nordosten schienen die Chancen gut zu stehen. Am Montag, dem 4. Juni, packte ich mein Beobachtungsgerät plus Zelt und Schlafsack in das Auto und legte meinen Beobachtungsstandort fest: Ein Zeltplatz auf der Insel Rügen. Als Plan B – falls die Wetterprognosen sich während der Anreise am Dienstag verschlechtern sollten – wählte ich die Gegend um Simrishamn an der schwedischen Ostseeküste. Beide Orte kannte ich von früheren Aufenthalten.

Während der Fahrt am Dienstag – nach einem letzten Check der aktuellen Wetterprognosen – entschied ich mich letztlich für Simrishamn. Eine gute Wahl. Ein Beobachtungsplatz nach meiner Ankunft am späten Abend war schnell gefunden. Und nach nur drei Stunden Schlaf bereitete ich meine Beobachtungsgeräte vor. Belohnt wurde ich durch einen fantastischen Sonnenaufgang und das unvergessliche Erlebnis, die Venus erneut vor der Sonnenscheibe vorüberwandern zu sehen. Worte können diese Eindrücke kaum beschreiben. Deshalb im Folgenden eine kleine Auswahl meiner Bilder als Galerie.

Für Fotos gilt: Die Bedingungen, unter denen sie entstanden sind, und die persönlichen Erlebnisse und Eindrücke, die man damit verbindet, machen sie zu etwas ganz Besonderem. Vielen unserer Leser gelangen weitaus bessere und ästhetischere Aufnahmen. Eine Auswahl davon findet sich in unserer Online-Leserbildgalerie

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