Erinnerungen an Dinge, die nie passiert sind, können unser Verhalten bestimmen. Das verwundert nicht, wurden wir doch schon des Öfteren darauf hingewiesen – sofern unser Erinnerungsvermögen uns jetzt nicht trügt. Weil's aber so schön ist und sich die jeweiligen Studien immer wieder originelle neue Versuchsanordnungen einfallen lassen und weil halt auch immer noch Sommer ist, gleich noch einmal.

Diesmal ist es Eiersalat und nicht wie im August 2005 Erdbeereis, das Probanden vermeintlich in der Kindheit auf den Magen geschlagen hat.
Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Die Arbeitsgruppe von Elizabeth Loftus von der University of California in Irvine redeten nämlich 120 Probanden ein, ihnen wäre als Kind nach dem Genuss der Speise schlecht geworden.

Die kulinarische Manipulation zeigte Wirkung: Sowohl unmittelbar danach als auch vier Monate später konnten die Versuchspersonen – im Gegensatz zu den 60 Probanden der Kontrollgruppe – dem eigentlich leckeren Gericht nichts mehr abgewinnen und ließen es links liegen.

Die Forscher konnten mit dieser Studie erneut "erstmals" zeigen, dass sich falsche Erinnerungen nicht nur kurzfristig in unseren Einstellungen niederschlagen, sondern auch längerfristig in unserem Verhalten. Eine alte Erkenntnis – wenn sich unsere Erinnerung nicht täuscht. (cw)