Fasten spielt in verschiedenen Religionen eine wichtige Rolle. Die Anhänger der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche beispielsweise verzichten für 55 Tage vor Ostern auf Fleisch und Milchprodukte. Mit Folgen für die Tüpfelhyänen ihrer Umgebung: Mangels Küchenabfällen steigen sie in der Zeit um auf Eselsfleisch.

Gidey Yirga von der nordäthiopischen Mekelle University ist Experte für Hyänenernährung: "Hyänen fressen so ziemlich alles Organische, sogar verfaultes Aas oder mit Milzbrand infizierte Kadaver", erklärt er. "Und außer Haaren und Hufen verdauen sie alles – selbst Knochen werden so vollständig aufgelöst, dass man nur noch die anorganischen Bestandteile in den Exkrementen findet."

Genau diese unverdaulichen Überreste offenbarten die Fastenzeit der Tüpfelhyänen: Als Yirga die Exkremente über die Monate untersuchte, fand er dort vor der Fastenzeit in 14,8 Prozent der Hinterlassenschaften Eselshaare. Während der 55 Tage steckten sie dann plötzlich in 33,1 Prozent der Kotproben, um nach der entbehrungsreichen Zeit ohne fleischliche Unterstützung aus Menschenhand wieder auf einen Anteil von 22,2 Prozent zu fallen.