13,01 Milliarden Lichtjahre entfernt ist ein neu entdeckter Quasar, den ein Team um Eduardo Bañados von der Carnegie Institution for Science mit den Magellan-Teleskopen in Chile entdeckt hat. Das Objekt, in dessen Zentrum sich ein Schwarzes Loch mit etwa 800 Millionen Sonnenmassen befindet, sendet so viel Strahlung aus wie 40 Billionen Sonnen. Ursache ist eine Akkretionsscheibe, in der sich Gas beim Fall ins Schwarze Loch extrem stark aufheizt. Quasare gehören zu den hellsten Objekten im Kosmos. Das Teleskop sieht den Quasar, wie er nur etwa 690 Millionen Jahre nach dem Urknall aussah – die Messdaten verraten, dass zu jener Zeit ein erheblicher Teil des umgebenden Gases noch nicht ionisiert war. Zusätzlich ist die große Masse des Schwarzen Lochs ungewöhnlich – die Objekte sind demnach im frühen Universum weit schneller gewachsen, als Modelle derzeit erklären können.

Der Fund mit einer Rotverschiebung von z = 7,5, über den die Gruppe nun in "Nature" berichtet, ist ein Ergebnis einer mehrjährigen Suchkampagne unter der Leitung von Fabian Walter und Bram Venemans vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Das Licht solcher Quasare gibt Aufschluss über die Gegebenheiten im frühen Kosmos, insbesondere über den Zeitpunkt der Reionisierung, die letzte grundsätzliche Veränderung im Universum. Dabei spaltete das energiereiche Licht der Sterne die neutralen Wasserstoffatome wieder in ihre Elektronen und Protonen auf: So entstand das Plasma, das heute das Universum erfüllt. Zusätzlich zeigen die Beobachtungen, dass die Galaxie um den Quasar bereits erhebliche Mengen schwerer Elemente enthielt. Demnach muss schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Bildung solcher Elemente in vollem Gange gewesen sein.