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Medizin

Fettgewebe aushungern macht Mäuse dünn

Wissenschaftler um Wadih Arap haben eine neue Schlankheitskur gefunden: Sie drehen Fettzellen die versorgende Blutzufuhr ab. Dazu entwickelten sie ein Peptid, das an Prohibitin bindet, ein Protein auf der Oberfläche der Fettgewebe versorgenden Kapillargefäße. Dieses Molekül verknüpften die Forscher mit einem weiteren Peptid, das den programmierten Zelltod auslöst. Damit behandelte fettleibige Mäuse verloren innerhalb eines Monats dreißig Prozent ihres Körpergewichts, ohne dabei Anzeichen von schädlichen Nebenwirkungen zu zeigen.

Fettgewebe wird wie ein Tumor von einem feinen Netz aus Blutkapillaren versorgt, sodass jede Zelle in Kontakt mit zahlreichen Gefäßen steht. Die Forscher vom MD Anderson Cancer Center der Universität von Texas in Houston entlehnten sich daher die aus der Krebsmedizin bekannte Methode, Tumoren zu bekämpfen, indem ihnen diese Blutversorgung blockiert wird.

Prohibitin wird auch in menschlichem weißen Fettgewebe produziert und könnte sich daher als Angriffspunkt bei Übergewichtigen erweisen. Es seien jedoch noch zahlreiche Untersuchungen notwendig, um eine solche Anwendung abzusichern, betonen die Forscher. Im nächsten Schritt wollen sie ihre künstliche Fettbremse nun an Pavianen erproben.
11.05.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.05.2004

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  • Quellen
Nature Medicine 10.1038/nm1048 (2004), Abstract

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