Direkt zum Inhalt

News: Freund oder Feind?

Ein neues Computermodell widerlegt die gängige Annahme, Jupiter würde die Erde vor Kometen aus dem All schützen. Dennoch können wir uns glücklich schätzen, dass der Gasriese so ist wie er ist.
Heftiges Bombardement
Bislang galt Jupiter als kosmisches Schutzschild, da er dank seiner enormen Massenanziehung Kometen und Asteroiden aus den Tiefen des Alls vom inneren Sonnensystem fernhält. Neusten Erkenntnissen zufolge verringert der Gasriese aber keineswegs das Risiko, das extraterrestrische Gesteinsbrocken auf die Erde treffen.

Gestützt werden diese Erkenntnisse von einem Computermodell britischer Forscher, das die Bahnen von 100 000 Himmelskörpern rund um Jupiter über einen Zeitraum von zehn Millionen Jahren berechnet. Bei der Simulation bestätigte sich zwar die Vermutung, dass ein Planet wie Jupiter viele Himmelskörper mit erdgerichtetem Kurs ablenkt. Ebenso viele Objekte aber werden von dem Riesenplaneten auf Bahnen befördert, die sie erst in Erdnähe bringen. Die Kollisionswahrscheinlichkeit von Himmelskörpern mit der Erde ist insgesamt also genauso groß wie in einem Sonnensystem ohne Jupiter.

Wäre jedoch ein Planet mit geringerer Masse (etwa der von Saturn) an Jupiters Stelle, hätte das drastische Folgen für das innere Sonnensystem: der Planet wäre zu leicht, um genügend Asteroiden aus Erdnähe anzuziehen, würde aber unverändert viele Objekte Richtung Sonne katapultieren. Wir können also nach wie vor froh sein, dass Jupiter ein wenig übergewichtig ist.

Robert Gast

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.