Boophis-Baumfrosch
© Miguel Vences und Frank Glaw
(Ausschnitt)
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Das seltene Hautpigment Pterorhodin erlaubt Baumfröschen, lange Zeit in der Sonne zu sitzen und so lebensgefährliche Pilze auf der Haut auszutrocknen. Diese Eigenschaft der Baumfroschhaut haben Andrew Gray vom Manchester Museum und seine Kollegen entschlüsselt.

Mit Hilfe des bildgebenden Verfahrens der Optischen Kohärenztomografie OCT zeigte sich, dass das Pigment Pterorhodin, anders als das menschliche Melanin, die Wärmestrahlung der Sonne fast vollständig reflektiert. Dadurch erhitzt sich bei Baumfröschen nur die äußere Froschhaut, nicht aber der darunterliegende Körper. Der für Frösche lebensgefährliche Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis, der nur bei niedrigen Temperaturen überlebt, wird auf diese Weise ausgetrocknet, ohne dass der Frosch Schaden erleidet.

Klimaveränderungen wie die zunehmende Wolkendichte in Costa Rica könnten also ein Grund für das beginnende Aussterben der Baumfrösche sein, so die Forscher. Die fehlende Sonne erschwere den Fröschen das Sonnenbaden und die Bekämpfung des Hautpilzes. Die Forscher nehmen ferner an, dass die Reflektionsfähigkeit der Haut bestimmt, ob eine Amphibienart an dem Hautpilz eingehen oder ihn erfolgreich bekämpfen wird. Mit Hilfe des OCT-Verfahrens wollen sie jetzt die Reflektivität der Haut weiterer Froscharten untersuchen. (vsp)