Mit dem in den 1930er Jahren als lebendem Schwangerschaftstest aus Afrika exportierten Südafrikanischen Krallenfrosch (Xenopus laevis) wurde wohl auch der Pilz Batrachochytrium dendrobatidis global verbreitet, der heute als einer der wichtigsten Gründe für das weltweite Aussterben von Amphibien gilt.

Nach den Untersuchungen von Rick Speare von der James-Cook-Universität im australischen Townsville und seinen Kollegen an Exemplaren des Lurchs in südafrikanischen Museen fanden sie selbst an knapp siebzig Jahre alten Sammlungsstücken Spuren des Pilzes. Da sich aber seit dieser Zeit keine merkliche Zunahme der Krankheitsfälle in den Populationen des Krallenfrosches ergeben hat, gehen die Wissenschaftler von einer Koexistenz der beiden Organismen aus. Zudem sind die Funde der bislang älteste Nachweis von Batrachochytrium dendrobatidis, sodass dies zusammen mit der weit gehenden Resistenz der Krallenfrösche die ursprüngliche Herkunft der Infektion erklären könnte.

Während der dreißiger und vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts dienten Krallenfrösche weltweit als Schwangerschaftstest. Dazu wurde ihnen der Urin von Frauen unter die Haut gespritzt. Erwartete die Frau ein Kind, so regten die Hormone im Urin den weiblichen Frosch zum Eisprung an. Männliche Tiere produzierten dagegen Spermien als Reaktion auf das Hormon Gonadotropin. Mit den tausenden dafür vorgesehenen Lurchen gelangten allerdings die Pilze als blinde Passagiere in für sie neue Ökosysteme, deren Arten noch keine Schutzmechanismen entwickeln konnten.

Weltweit sind mehr als ein Drittel aller Amphibienspezies vom Aussterben bedroht. Verantwortlich sind dafür neben Batrachochytrium dendrobatidis auch Lebensraumzerstörungen, illegale Jagd, Pestizidkontaminationen oder erhöhte UV-Strahlung. Letztere schwächen zudem das Immunsystem der Tiere und machen sie daher wiederum anfälliger für Krankheiten.