Ein 248 Millionen Jahre altes, in China gefundenes Fossil offenbart erstmals, wie sich aus landlebenden Reptilien die im Meer beheimateten Ichthyosaurier entwickelten. Das auf den Artnamen Cartorhynchus lenticarpus getaufte Tier steht wahrscheinlich noch eher am Anfang dieser Spezialisierung auf das Leben im Wasser.

Seine Lebensweise dürfte ganz ähnlich wie die von Seehunden oder Robben gewesen sein, schlussfolgern die Entdecker um Ryosuke Motani von der University of California in Davis. Die Anatomie des Tieres deutet darauf hin, dass es seine flossenartigen Vordergliedmaßen auch zur Fortbewegung an Land einsetzte – und dass sich demnach auch ein Teil seines Lebens dort abspielte. Erst die Nachfahren des C. lenticarpus lebten wie heutige Wale und Delfine ausschließlich im Meer.

Bislang klaffte an dieser Stelle in der Saurierentwicklung eine Lücke: Die schwimmgewandten Ichthyosaurier waren mehr oder weniger plötzlich erschienen, "Übergangsformen" waren nicht bekannt. Die Forscher sind überzeugt, es mit einem ausgewachsenen Tier der nun von ihnen beschriebenen Art zu tun zu haben. Allerdings können sie nicht völlig ausschließen, dass es sich bei dem etwa 40 Zentimeter langen, rundschnäuzigen Exemplar um ein Jungtier einer bereits bekannten Art handelt. Dies ließe sich erst anhand weiterer Fossilfunde zweifelsfrei feststellen.