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Soziales Handeln

Geben und Nehmen im Gehirn

Makake mit Orange

Soziales Miteinander entwickelt sich aus dem Wechselspiel einfacher Interaktionen – Tätigkeiten wie etwa dem Geben oder Nehmen zwischen einzelnen Gruppenmitgliedern. Diese Handlungsoptionen werden dabei offenbar von spezialisierten Neuronen verwaltet, wie Forscher der Duke University nun an Makaken zeigen konnten: Im Präfrontalkortex sind unterschiedliche Bereiche aktiv, wenn ein Affe eine Belohnung erhält oder an einen anderen verteilt.

Steve Chang und seine Kollegen hatten ihre tierischen Probanden vor eine Aufgabe gestellt, bei der sie über einen Schluck leckeren Fruchtsaft entscheiden sollten. Dabei wählte ein Affe aus, ob er diesen selbst trinken durfte, nur ein benachbarter Kollege oder niemand. Während der Makake über der Entscheidung brütete, maßen Forscher die Aktivität einzelner Neurone im Präfrontalkortex.

Wie nicht anders zu erwarten, trank der Affe, wann immer möglich, den süßen Saft selbst. Standen aber nur die Optionen "verschenken" oder "verkommen lassen" zur Wahl, zeigten sich die Tiere eher großzügig und gönnten ihren Kollegen den Schluck. Der Ausgang der Handlungen spiegelte sich in charakteristischen Aktivitäten im Kortex: Einige Neurone reagierten, wenn der Affe die Belohnung selbst einstrich. Andere Zellen waren speziell dann aktiv, wenn ein Sozialpartner zu trinken bekam – allerdings nur dann, wenn zuvor das Versuchstier hatte entscheiden dürfen, diesen zu belohnen.

Offenbar bewertet diese Neuronengruppe den sozialen Wert der Handlung, spekulieren die Forscher: Ihr Zusammenspiel könnte entscheidend für die soziale Kompetenz eines Individuums sein.

1. KW 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 1. KW 2013

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  • Quellen
Nat. Neurosci. 10.1038/nn.3287, 2012

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