Geckos sind nicht nur Meister im An-der-Wand-Kleben, berichten Forscher der University of the Sunshine Coast in Australien: Die Tiere sind auf eine Art Wasser abweisend, die man bis dato nur von Hightech-Funktionsmaterialien und einigen Spezialisten im Tierreich gekannt hat. Wassertropfen perlen daher in feuchter Umgebung wie von selbst von den Tieren ab, wie Videoaufnahmen in Zeitlupe belegen, die der "New Scientist" auf seiner Website zeigt.

Verantwortlich für den Oberflächeneffekt sind die winzigen "Spinula"-Härchen auf der Geckohaut: Sie bilden quasi ein zusammenhängendes Netzwerk aus Minileitbahnen, die dafür sorgen, dass sich Feuchtigkeit nie als flächige Schicht über die Haut ausbreitet, sondern dass stattdessen immer größere und größere Tropfen zusammenlaufen. Dieser "Geckoveszens" getaufte Prozess läuft automatisch unter physikalischem Energiegewinn für das System ab und sorgt am Ende dafür, dass sich die Tröpfchen praktisch von selbst von der Hautoberfläche wegkatapultieren, wobei sie womöglich noch andere Nachbartropfen mitreißen. Insgesamt bleibt die eigentliche Hautoberfläche der Tiere deshalb knochentrocken – was dafür sorgt, dass etwa Feuchtigkeit liebende Mikroben aus der Umgebung darauf nicht gedeihen. So wird die Oberfläche auch zum körpereigenen Immunsystem – ein Prinzip, das man vielleicht auch für antimikrobielle Oberflächen technisch kopieren sollte, meinen die Forscher.