Manchmal klappt's mit der Kommunikation nicht wie erhofft – man redet aneinander vorbei. Wie das passieren kann? Forscher der Princeton University glauben: Wenn zwei Menschen sich unterhalten, kommt es im Idealfall zur sprichwörtlichen Gedankenschmelze – die Hirnaktivität des Zuhörers spiegelt die des Sprechers wider, eine Art neuronaler Gleichklang entsteht. Gelingt diese Kopplung nicht, hakt auch der Informationsaustausch.

Uri Hasson und seine Kollegen ließen zunächst eine Probandin Alltagsanekdoten auf Band sprechen. Zeitgleich registrierten sie per funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT), wie sich die Hirnaktivität der Sprecherin veränderte. Dieses Aktivitätsmuster verglichen die Forscher im Anschluss mit den Aktivitätsmustern elf weiterer Probanden, denen die Tonbandaufzeichnung vorgespielt wurde. Beobachtung: An vielen Stellen spiegelte die Hirnaktivität der "Zuhörer" die der "Erzählerin" mit Verzögerung wider. Einige Areale zeigten bereits Aktivität, bevor sie im Hirn der Sprecherin messbar wurden – hier schienen die Zuhörer unbewusst Voraussagen über den Fortgang der Geschichte zu machen.

Im Anschluss an die fMRT-Untersuchung gaben die Probanden an, wie gut sie die Geschichte verstanden hatten. Siehe da: Je besser die antizipatorische Sprecher-Zuhörer-Kopplung, desto besser das inhaltliche Verständnis. Die neuronale Kopplung zwischen Gesprächspartnern scheint demnach Grundlage erfolgreicher Kommunikation zu sein. (sz)

Stephens, G. J. et al.: Speaker-listener neural coupling underlies successful communication. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 10.1073/pnas.1008662107, 2010.