Wenn Säuglinge an Schnupfen, starkem Husten und hartnäckigem Fieber leiden, dann ist nicht selten das so genannte Respiratorische Synzytialvirus (RSV) die Ursache: Der Erreger steckt weltweit 49 von 1000 Kindern im ersten Lebensjahr an und ruft grippeähnliche Symptome hervor. Möglicherweise sorgt die Infektion auch für Spätfolgen, berichten einige Forscher nach ersten Tierversuchen.

elektronenmikroskopische Aufnahme eines RS-Virus
© CDC / Erskine L. Palmer
(Ausschnitt)
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Ein Team um Alexis Kalergis der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago infizierte junge Mäuse und Ratten mit dem Krankheitserreger. Schon drei Tage nach der Infektion konnten die Wissenschaftler das Virus auch im Gehirn der Tiere nachweisen.

Einen Monat später trainierte das Forscherteam die wieder gesunden Nager, sich in einem Wasserlabyrinth zurecht zu finden. Ehemals erkrankten Tieren gelang das schlechter als ihren Artgenossen.

Demnach müsse dringend herausgefunden werden, ob die Viruserkrankung auch beim Menschen kognitive Leistungen beeinträchtigen könnte. "Interessant wäre, ob es eine Verbindung zwischen einer RSV-Infektion und der schulischen Leistung der Kinder gibt", erklärt Kalergis.

Zuvor sollte die tatsächliche Gefahr durch das Virus noch besser erforscht werden, denn die derzeitigen Vorsorgemöglichkeiten sind begrenzt oder sehr teuer. "Einen Impfstoff gegen RSV gibt es aktuell nicht", so Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut. Für Risikogruppen – etwa Frühchen oder Säuglinge mit chronischer Lungenerkrankung – empfiehlt das Robert-Koch-Institut zur Vorsorge das Medikament Palivizumab.

Vorbeugen können Eltern, indem sie die gewöhnlichen Vorsorgemaßnahmen gegen grippale Infekte einhalten: Sie sollten mit ihren erkrankten Sprösslingen keine Gemeinschaftseinrichtungen wie zum Beispiel Krabbelgruppen besuchen und auf eine gründliche Hygiene achten.