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Kunstrettung

Gel vereinfacht Restaurierung von Gemälden

Wissenschaftler haben eine schonendere Methode entwickelt, um verunreinigte Gemälde zu restaurieren. Anstatt der bislang eingesetzten Säuberungsmittel verwenden die Forscher um Piero Baglioni von der Universität Florenz ein spezielles Gel, das sie nach der Behandlung mit einem Magneten wieder vollständig von der Oberfläche ablösen können.

Neuer Glanz für alte Fresken
Neuer Glanz für alte Fresken | Alte Kunstschätze lassen sich mit Hilfe eines neuartigen Gels, das zunächst passgenau auf die verschmutzte Stelle gelegt (schwarze Auflage auf der Stirn) und anschließend mit einem Magneten wieder von der Oberfläche entfernt wird, schonender aufpolieren als mit bislang üblichen Methoden.
Dieses zähe Gel besteht aus einem Polymer, das mit Eisen-Nanopartikeln durchsetzt ist. Mit Hilfe eines speziellen Werkzeugs kann es auf die vorgesehene Größe zurechtgeschnitten werden und damit eine begrenzte, verschmutzte Fläche eines Kunstwerks passgenau abdecken. Dies garantiert den direkten Kontakt der Säuberungsmittel mit den verschmutzten Stellen.

Die Substanz zieht dann zunächst in die Oberfläche des Bildes ein und bindet den Schmutz. Die obere Seite des Gels trocknet danach leicht an, sodass ein osmotisches Gefälle entsteht und die Säuberungsmittel wieder aufgesogen werden – mitsamt dem Schmutz.

Anschließend können die Wissenschaftler das eisenhaltige Gel wieder vom Bild trennen, indem sie es mit einem Magneten lösen. Bislang war es für Restaurateure schwierig, die Säuberungsmittel von den Gemälden wieder zu entfernen, ohne dabei schädliche Rückstände zu hinterlassen. (may)
05.09.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 05.09.2007

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