Wissenschaftler aus den USA, Australien und Deutschland haben das Erbgut von Wolbachia entziffert. Diese Bakterien leben als Parasiten im Körper vieler Insekten, Spinnen, Krebsen und Würmern und haben einen erheblichen Einfluss auf deren Fortpflanzungsverhalten. Je nach befallener Wirtsart verhindern sie die Befruchtung, lösen Parthenogenese aus, verwandeln männliche Embryonen in Weibchen oder töten sie ganz ab. Durch den Befall kann sich das Geschlechterverhältnis des Wirts deutlich verschieben.

Bei der Analyse der 1,2 Millionen Basenpaare im Genom von Wolbachia pipientis wMel, ein Stamm, der die Taufliege Drosophila melanogaster befällt, fanden die Wissenschaftler um Martin Wu vom Institute for Genomic Research einen überraschend hohen Anteil sich wiederholender Gensequenzen sowie mobile DNA-Stücke, die sich an unterschiedlichen Stellen des Genoms einfügen können. Die Forscher vermuten, dass Wolbachia, im Gegensatz zu anderen Bakterien, weniger der Selektion ausgesetzt war, sodass sich repetitive und mobile Sequenzen anhäufen konnten.