Schon lange vermuten Psychologen, dass man sich Lerninhalte besser einprägen kann, wenn man dabei viele Sinne gleichzeitig anspricht: Zum Beispiel kann man beim Vokabellernen passende Bilder betrachten oder den Begriff pantomimisch darstellen. Ob dies wirklich einen positiven Effekt hat und was dabei im Hirn geschieht, haben jetzt Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften untersucht.

Bei ihrer Studie mussten Probanden eine Woche lang sowohl konkrete als auch abstrakte Wörter der Kunstsprache "Vimmi" erlernen – einer Sprache also, die allen gleichermaßen unbekannt war. Dabei standen verschiedenen Gruppen jeweils unterschiedliche Hilfsmittel zur Verfügung: Manche durften beispielsweise Bilder oder Gesten einsetzen, andere sollten vorgegebene Gesten nachahmen. "Am besten konnten sich die Probanden an einen zu lernenden Begriff erinnern, wenn sie ihn selbst mit Gesten ausdrückten", sagt die Erstautorin der Studie Katja Mayer.

Die Lernmethode schlug sich auch im Gehirn nieder, wie eine anschließenden Untersuchung im Hirnscanner ergab. Teilnehmer, die eine Vokabel gemeinsam mit einer Geste gelernt hatten, aktivierten auch später noch das Bewegungsareal im Gehirn, sobald sie das entsprechende Wort hörten.

Je mehr Sinne beim Lernen angesprochen würden, umso leichter könne man sich eine Vokabel einprägen, erläutert die Studienleiterin Katharina von Kriegstein: "Wenn wir beispielsweise einen zu lernenden Begriff mit einer Geste nachstellen, schaffen wir zusätzlichen Input, der dem Gehirn das Lernen erleichtert."

Viele Sprachkurse orientieren sich bereits an diesem Prinzip und kombinieren Vokabellisten mit Bildern, was ebenfalls einen nachweislich positiven Effekt hat. Im Fremdsprachenunterricht macht sich schon seit einigen Jahren die so genannte Dramapädagogik das Konzept zu Nutze. Um den Lernern beim Fremdsprachenunterricht zu helfen, werden dabei zum Beispiel immer wieder passende Situationen inszeniert.