Die Erderwärmung bringt mehr Schnee in die Antarktis. Das berichten Forscher um Katja Frieler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Fachmagazin "Nature Climate Change". Was zunächst paradox klingt, hängt vor allem mit der höheren Feuchtigkeit von warmer Luft zusammen. Diese führt schließlich zu mehr Niederschlag – was sich in kalten Klimazonen dann eben durch vermehrten Schneefall äußert.

Frieler und ihr Team werteten die Daten von mehreren Eisbohrkernen aus, die Einblicke in die Niederschlagsmuster während der letzten Eisschmelze vor 21 000 bis 10 000 Jahren erlaubten – und den Forschern damit eine Ahnung davon gaben, was die Antarktis auch in Zukunft erwarten könnte. Zusammen mit den Daten aus verschiedenen Klimamodellen kommen sie so zu dem Schluss: Mit jedem Grad, das die Temperatur in der Region ansteigt, ist mit etwa fünf Prozent mehr Schnellfall zu rechnen.

Mehr Schnee sorgt letztlich dafür, dass Wasser auf dem Eisschild der Antarktis landet und nicht im Meer. Das könnte den Anstieg des Meeresspiegels bremsen. Durch den verstärkten Schneefall beschleunigt sich allerdings auch der Eisfluss in den Ozean – so dass fünf Prozent mehr Schnee den Meeresspiegel in 100 Jahren gerade einmal um drei Zentimeter absenken könnten. Dieser Effekt wird schließlich von anderen Klimaprozessen wieder aufgefressen; so lässt beispielsweise bereits ein milderer Temperaturanstieg das Eis schneller brechen und verlagert dementsprechend wieder mehr Masse vom Land ins Meer.