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Neue Werkstoffe

Graphen macht Spinnenseide noch stärker

In einem bizarren Experiment besprühten Forscher Spinnen mit einem Graphenspray. Der Kohlenstoff machte die Seide noch widerstandsfähiger - oder die Achtbeiner tot.
Spinne in ihrem Netz

Spinnenseide gehört zu den zähesten natürlichen Produkten der Natur und weckt deshalb Begehrlichkeiten bei Werkstoffwissenschaftlern ebenso wie Graphen, das zu den härtesten künstlichen Materialien zählt. Warum also nicht beides kombinieren?, dachten sich daher Nicola Pugno von der Universität Trento und Co – und besprühten folglich insgesamt 15 lebende Spinnen mit einem Spray aus Wasser und Graphen beziehungsweise Kohlenstoffnanoröhrchen, wie der "New Scientist" berichtet. Manche der Achtbeiner bauten die Kohlenstoffkonfigurationen tatsächlich in ihre Spinnfäden ein; eines der Exemplare erzeugte einen Faden, der 3,5 Mal stärker und reißfester war als die bislang bekannte widerständigste Spinnenseide, wie sie Caerostris darwini von der Insel Madagaskar spinnt.

Unklar ist dem Team um Pugno allerdings, wie das Graphen oder die Nanoröhrchen in das Material gelangen. Möglicherweise verkleiden sie die Fäden von außen, während die Spinnen das Netz knüpfen. Doch das reiche nicht aus, um die vergrößerte Festigkeit zu erklären, so Pugno. Er denkt viel mehr, dass die Tiere die Partikel aus ihrer direkten Umwelt aufnehmen und in die Seide integrieren, während sie diese spinnen. Oder die Tiere nehmen sie in den Körper auf, und sie gelangen über den Stoffwechsel in die Spinndrüse. Der härtere Faden hatte jedoch einen hohen Preis für die Spinnen: Vier von ihnen starben schon sehr kurze Zeit, nachdem sie besprüht worden waren.

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