Wenn die Bewohner von Wangaratta im australischen Bundesstaat Victoria an ihre Häuser oder Garagen möchten, müssen sie momentan etwas mehr Zeit einplanen. Die komplette Stadt liegt nämlich seit Kurzem unter riesigen Mengen des Steppenläufers Panicum effusum förmlich begraben, wie unter anderem der "Telegraph" berichtet. Während die rollenden Grasballen, die vom Wind über den Boden geblasen werden und auch als "tumbleweed" bekannt sind, vielen Westernfilmen erst den rechten Charme verleihen, haben sie sich in Wangaratta inzwischen zu einem ordentlichen Problem gemausert: Sie sind zwar zumindest für den Menschen eigentlich nicht schädlich, rauben den Anwohnern aber den letzten Nerv, indem sie sich meterhoch in Einfahrten und vor Haustüren auftürmen.

Schuld an diesem Zustand sind wohl vor allem trockenes Wetter und starker Wind. Ein Großteil des Grases, so vermutet man, wurde von der unbenutzten Weide eines Bauern aus der Umgebung in die Stadt gepustet. Sich vom Wind davontragen zu lassen, gehört zur Ausbreitungsstrategie der Steppenläufer. Panicum effusum zählt zu den Rispenhirsen und wächst in vielen Gegenden Australiens. Dass es bei Trockenheit in großen Mengen durch die Gegend wandern kann, ist nichts Neues. Im englischen Sprachraum trägt das Gras passenderweise auch den Trivialnamen "hairy panic" (haarige Panik).