Etwa 13,8 Millionen Jahren nach dem Urknall kühlte sich das Universum ab und wurde komplett dunkel. Das Wiedererhellen bis hin zum Erscheinen von Sternen und Galaxien ist eine der am wenigsten verstandenen Epochen der kosmischen Geschichte. Ein Team aus Astronomen unter der Leitung von Yuri Izotov von der Akademie der Wissenschaften der Ukraine berichtet jetzt in der Zeitschrift "Nature", wie die Green-Peas-Galaxien dabei möglicherweise eine ausschlaggebende Rolle gespielt haben. Green Peas, also Grüne-Erbsen-Galaxien, sind benannt nach ihrem Erscheinungsbild in astronomischen Aufnahmen und können eine große Menge an neuen Sternen bilden. Die Untersuchungen zeigen nun, dass die starke UV-Strahlung dieser vielen Sterne ausreichend wäre, um die Reionisierung des Kosmos zu erklären. In dieser Phase wurde ein Großteil des Wasserstoffs des frühen Universums in seine Bestandteile, Protonen und Elektronen aufgespalten. Bislang hatte man geglaubt, dass die meiste Strahlung bereits innerhalb der Galaxien reabsorbiert wird und die Energie für eine Spaltung des intergalaktischen Wasserstoffs nicht ausreichend gewesen wäre.

Mit dem Weltraumteleskop Hubble versuchte das internationale Team deshalb stark strahlende Green-Peas-Galaxien in unserer kosmischen Umgebung zu finden. Insbesondere bei einer Galaxie, benannt J0925+1403, konnten sie schließlich demonstrieren, dass tatsächlich acht Prozent ihrer UV-Strahlung in den intergalaktischen Raum entkommt. Das reicht aus, um dort Wasserstoffgas mit dem mehr als 40-Fachen der Gesamtmasse der Galaxie zu ionisieren. Entsprechend ihren Erkenntnissen schlussfolgert das Team, dass Green-Peas-Galaxien tatsächlich die kosmische Reionisierung vollbringen konnten und sie deshalb wohl eine Schlüsselrolle beim Übergang vom dunklen zum hellen kosmischen Zeitalter innehatten.