Da bekommt der Ausdruck "et al." eine ganz neue Bedeutung. Um alle Verfasser einer neuen Veröffentlichung und deren Institute aufzuzählen, sind ganze 24 Seiten nötig: Das Paper der ATLAS- und der CMS-Kollaboration "Combined Measurement of the Higgs Boson Mass in pp Collisions at √s=7 and 8 TeV with the ATLAS and CMS Experiments", aktuell erschienen in "Physical Review Letters", bringt es auf sage und schreibe 5154 Autorinnen und Autoren.

Die seitenlange Autorenliste ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der beiden Gruppen, die die Daten ihres jeweiligen Detektors zusammengeworfen haben. Das hat ihnen erlaubt, die Masse des Higgs-Bosons noch genauer einzugrenzen. Dank der vereinten Kräfte lässt sie sich inzwischen mit einer Genauigkeit von 0,25 Prozent angeben. Wie der Physiker Chris Quigg in einer Begleitveröffentlichung schreibt, ermöglicht dies unter anderem noch präzisere Tests des Standardmodells der Teilchenphysik. Erst kürzlich hatten die CMS- und LHCb-Kollaborationen Daten vereint, um einen extrem seltenen Zerfall nachzuweisen. Vergeblich hatten sie gehofft, dabei Hinweise auf Ungereimtheiten zu entdecken, die auf eine "neue Physik" jenseits der aktuellen, gut überprüften Theorien deuten könnten. Diese Veröffentlichung brachte es allerdings gerade einmal auf läppische 2700 Autoren.

In der Experimentalphysik sind große Autorenkollektive keine Seltenheit. Das erste Paper, das die Marke von 3000 Verfassern riss, war ein Beitrag über das CMS-Experiment am LHC, der im Jahr 2008 erschien.