Bevor unser Gehirn bei einer monotonen Aufgabe einen Fehler begeht, kündigt sich dieser in der Hirnrinde an. Das erkannten Markus Ullsperger und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln, als sie die Hirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) bei 13 Personen verfolgten.

Flanker-Test
© Markus Ullsperger
(Ausschnitt)
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Bei den Tests flimmerten jeweils fünf Pfeile vor den Augen der Teilnehmer. Diese bekamen die Aufgabe, schnellstmöglich einen von zwei Knöpfen zu drücken, um die Ausrichtung des mittleren Pfeils zu bestimmen. Eine eintönige Aufgabe, die ein hohes Maß an Konzentration erfordert.

Anders als vorher angenommen, waren es aber nicht ausschließlich mit dem Fehler zeitgleich entstehende Fluktuationen der Konzentration oder Hirnaktivität, die den Fehler hervorriefen. In der Hälfte der Tests zeigten die Versuchsteilnehmer bereits 30 Sekunden vor der fehlerhaften Handlung einen bestimmten Trend der fMRT-Antwort in einzelnen Hirnregionen. Dabei meldeten sich bei Ruhe aktive Areale verstärkt, während Netzwerke, die der Aufgabenbearbeitung dienen, herunter reguliert waren.

Für die Zukunft stellen sich die Forscher eine besonders alltagstaugliche Anwendung vor, die die Sicherheit erhöhen soll: Mit einer an den Arbeitsplatz angepassten Apparatur, die die Hirnaktivität misst, könnten Fehler vorhergesehen und verhindert werden. (kgi)