Die Wissenschaftler um Alan Stockton und Hai Fu fanden mit dem Hubble Space Telescope heraus, dass Quasare – Galaxien mit einer unerklärlich hohen Leuchtkraft in einer sehr kleinen Region – entstehen können, wenn eine Riesengalaxie mit einer kleineren, gasreichen Galaxie verschmilzt. Durch die Kollision gerät in kürzester Zeit viel Materie in die Nähe des zentralen, supermassereichen Schwarzen Lochs. Bevor sie darin verschwindet, dreht sie sich in Form einer Akkretionsscheibe immer schneller um das supermassereiche Objekt und ihre Temperatur steigt dabei auf so hohe Werte, dass die Leuchtkraft die der Sonne um das Billionenfache übersteigt. Dabei wird Materie fast mit Lichtgeschwindigkeit von jedem Pol des Objektes ins All geschossen. Blicken wir von der Erde aus genau in diesen so genannten Jet hinein, ist von einem Quasar die Rede.

In den 1960er Jahren wurden zum ersten Mal Objekte gesichtet, die zunächst für sehr helle Sterne gehalten wurden. Nachdem man sie genauer analysierte, stellte man fest, dass sie sich in einer immensen Entfernung und vor allen Dingen außerhalb unserer Galaxie befinden. Es konnten demnach keine Sterne sein. Astrophysiker tauften sie damals sternähnliche Radioquellen, was auf Englisch quasi-stellar radio source heißt. Später wurde die Bezeichnung zu Quasar abgekürzt. Jahre später lüftete man das Geheimnis, um die hellen Objekte und stellte schließlich fest, dass es sich um junge Galaxienkerne handelte.

Die neuen Entdeckungen von Stockton und Fu werden wohl nicht die letzten auf dem Gebiet der aktiven galaktischen Kerne (engl. AGN), zu denen die Quasare dazuzählen, sein. Denn die Forscher sind der Meinung, dass ihre Erkenntnisse über die Entstehung von diesen rätselnhaften Himmelskörpern nicht für alle quasi-stellare Objekte gilt.

K. Linguri