Sonnensegel geknickt
© NASA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKnick im Sonnensegel
Bei der Raumfähre Atlantis hat sich durch die Beanspruchung des Starts und Aufstiegs eine Isoliermatte an der Verkleidung des Backbord-Manövriertriebwerks gelöst (wir berichteten). Die Spezialisten am Boden haben eine Methode ausgetüftelt, um das etwa zehn mal fünfzehn Zentimeter große Stück zu fixieren. Shuttleastronauten am Boden haben die Reparatur testweise durchgeführt, am heutigen Freitag sollen die Kollegen im Orbit dies wiederholen.

Dabei kommt – in bester MacGyver-Manier – ein „Tacker“ aus dem Erste-Hilfe-Kasten zum Einsatz. Genauer gesagt, soll die abstehende Matte an die Außenhaut der Raumfähre geklammert werden, so wie normalerweise Schnittwunden verarztet werden.

Derweil wird auch im Innern der Station fieberhaft gearbeitet – am Neustart dreier Computersysteme im russischen Teil der ISS. Sie waren ausgefallen, als die neu installierten Sonnensegel ans Stromnetz angeschlossen wurden. Laut einem Bericht von Spiegel online stammen die Rechner aus Deutschland: sie seien vor Jahren von Daimler-Benz für die Esa entwickelt worden. Sie sind zum einen zuständig für die Sauerstoff- und Wasserversorgung, zum anderen für die Lageregelung und Orbitanhebung der Station. Letzteres wird nun vorübergehend von der Atlantis übernommen.

Auch bei den Sonnensegeln hängt es: wie schon im Dezember gibt es Probleme beim Einziehen der P6-Paneele oben auf der Station (Archivbild, links). Dies ist jedoch notwendig, damit die neuen seitlichen Solarzellen genug Bewegungsspielraum haben, um sich nach der Sonne ausrichten zu können. Dies sei zwar schon möglich, dennoch soll auch die Steuerbordseite von P6 vollständig eingefaltet werden, um sie in einer späteren Mission an ihre endgültige Position bewegen zu können. Mit einem Spezialwerkzeug sollen die geknickten oder verkanteten Paneele während eines Außenbordeinsatzes gelöst werden. Dre.