In den USA landet seit 2005 immer mehr Mais im Tank, und 2016 könnte ein neuer Rekordwert erreicht werden: Rund die Hälfte der gesamten Maisernte der Vereinigten Staaten ist für die Ethanolproduktion vorgesehen. Der überwiegende Teil davon wird Kraftstoffen zugesetzt. Der Biospritboom geht jedoch auf Kosten anderer Nutzpflanzen, Brachflächen und Weideland, so eine Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums. Mit dem Energy Policy Act von 2005 begann der Trend. Der Energy Independence and Security Act beschleunigte ihn ab 2007. Er sieht vor, dass der Bioethanol-Anteil an Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren jedes Jahr steigt und bis 2022 mindestens 36 Milliarden Gallonen umfasst.

Auf Grund steigender Preise setzen deshalb immer mehr US-Landwirte auf den Anbau von Mais und erzeugen ihn auf größerer Fläche. Seit der Jahrtausendwende wuchs die mit Mais bepflanzte Ackerfläche um 18 Prozent, wobei der Großteil erst nach 2005 umgewidmet wurde. Der Zuwachs erfolgte zum Teil auf Kosten der Sojaproduktion, zum Teil wurden brach liegende Flächen wieder neu genutzt oder Weideland umgebrochen. Zudem weitete sich der Anbau nach Norden aus, weil neue Hybridsorten mit den dortigen kürzeren Wachstumszeiten zurechtkommen.

Kritiker beklagen diesen Trend: Um beispielsweise genügend Sojaschrot für die Viehzucht zu erhalten, muss die Hülsenfrucht aus Südamerika importiert werden. Um diese Nachfrage zu decken, wird das Ackerland auf Kosten von Savannenökosystemen ausgeweitet. Auch die Nutzung von Weiden stößt auf starke Proteste, denn Grünland speichert im Gegensatz zum Maisacker mehr Kohlendioxid im Boden. Wird es umgebrochen, gelangt das Treibhausgas verstärkt in die Umwelt. Der "grüne" Charakter des Ethanols verkehrt sich dadurch ins Gegenteil.