Im indischen Bundesstaat Mahashtra leben Leoparden in großer räumlicher Nähe zu menschlichem Siedlungsgebiet. Wie eine Untersuchung von 85 Leoparden-Kotproben nun ergab, bietet das den Tieren offenbar eine günstige Ernährungsmöglichkeit: Zu beinahe 90 Prozent bestanden ihre Hinterlassenschaften aus Haus- und Nutztieren.

Den größten Anteil der verspeisten Tierarten stellten dabei Haushunde. Sie werden offenbar bevorzugt von den Leoparden gejagt: 39 Prozent der wieder ausgeschiedenen Biomasse bestand aus Canis lupus familiaris, so die Forscher um Vidya Athreya von der indischen Wildlife Conservation Society in Bangalore.

Damit sind Hunde klar überrepräsentiert: Eine Untersuchung der Forscher ergab, dass Ziegen beispielsweise im betrachteten Landstrich zirka siebenmal so häufig vorkommen wie Hunde. Trotzdem landeten sie seltener im Magen der Leoparden – wohl weil sie beschützt und des Nachts eingepfercht werden. Bei den gejagten Hunden könnte es sich vor allem um verwilderte Tiere handeln, die offenbar leichte Beute sind.

Den Bauern vor Ort droht demnach kein größerer wirtschaftlicher Schaden durch die Großkatzen, die darum seltener in Konflikt mit den Viehbesitzern geraten, was ihre Überlebenschancen zur Freude der indischen Wildtierschützer erhöht. Gute Nachrichten also für fast alle Beteiligten!