Ob Alt- oder Neubau, Apartment oder Mehrfamilienreihensiedlung: Geht man nach den nackten Zahlen, so ist jede menschliche Behausung vor allem die Heimat vieler Insekten, Spinnen und anderer Gliedertierchen. Das konstatieren nun Forscher aus den USA, die das ganze Jahr 2012 hinter den Haustüren ihrer Universitätsstadt Raleigh in North Carolina nachgezählt und hochgerechnet haben: Mindestens 100 Arten von Arthropoden krabbeln in jedem Haus, fast immer aber sind es mehr.

Die Forscher hatten für ihre Stichprobe 50 der unterschiedlichsten Häuser mit Pinzetten und Schmetterlingsnetzen bewaffnet unter die Lupe genommen: 80 bis 500 Quadratmeter große Anwesen, die vor sieben bis 94 Jahren gebaut worden sind, in denen sie möglichst alle Arten von Gliedertieren an möglichst allen möglichen und unmöglichen Stellen sammelten. Am Ende lasen sie dabei mehr als 10 000 Tierchen von 579 mehr oder weniger exakt bestimmbaren Monospezies aus 304 Familien auf.

Am häufigsten waren dabei die Fliegen – gefolgt von den verschiedenen Spinnenarten, der großen Gruppe der Käfer, den Ameisen und den Staubläusen. Neben Arten, die als Mitbewohner des Menschen seit Langem bekannt sind – Flöhe und Schaben fanden die fleißigen Forscher oft, aber doch seltener als erwartet – ertappten die Sammler auch einiges an untypischem Beifang, der sich in die Wohnungen wohl nur gelegentlich verirrt: so etwa die auf Pflanzen heimischen Gallmilben, Grashüpfer oder verschiedene im Boden lebende Käfer. Trotz aller Mühen konnten die Gliedertierexperten mit ihrer Studie die größte Fraktion der Hausbewohner allerdings nicht entthronen: Die zahlenmäßig überlegenen Lebewesen in Wohnzimmer und Küche sind und bleiben natürlich die Bakterien und Pilze, wie zuletzt erst eine andere Studie unterstrichen hatte.