Ahvaz, eine Stadt im Südwesten des Iran, brach am Donnerstag (29.6.) offensichtlich den Rekord für die höchste jemals mit einem Thermometer im Juni gemessene Temperatur Asiens. Mit 53,7 Grad Celsius landet die Metropole zudem auch weltweit ganz vorne, wobei der erste Platz immer noch vom Death Valley belegt wird: Am 10. Juli 1913 wurden dort in Furnace Creek offiziell bestätigte, aber weiterhin stark umstrittene 56,7 Grad Celsius aufgezeichnet. Im Gegensatz zum menschenleeren Tal des Todes leben in Ahzav jedoch mehr als eine Million Menschen, deren Wärmebelastung noch durch die hohe Luftfeuchtigkeit gesteigert wurde. Luftmassen vom Persischen Golf sorgten dafür, dass auch die Luftfeuchtigkeit auf 70 Prozent stieg – ein hoher Wert für diese Wüstenregion. Die gefühlte Temperatur lag daher bei über 60 Grad Celsius. Und bereits am Vortag hatte das Thermometer 52,9 Grad Celsius im Schatten angezeigt.

Noch stärker war die Wärmebelastung in der iranischen Stadt Bandar-e Mahshahr, wo die Luftfeuchtigkeit auf Werte von mehr als 90 Prozent anstieg. Die gefühlte Temperatur lag hier bei fast 74 Grad Celsius. Wie die "Washington Post" berichtete, lag über dem südwestlichen Iran eine regelrechte Hitzeglocke, die die Werte in Rekordhöhen anstiegen ließ. Es ist die zweite starke Hitzewelle des Jahres im Mittleren Osten, nachdem bereits der Mai einige Rekorde gebrochen hat. Turbat in Pakistan ächzte beispielsweise am 28.5. unter 53,5 Grad Celsius – Weltrekord für einen Mai.

Auch wenn man von einzelnen Ereignissen nicht auf den Klimawandel im Allgemeinen schließen kann, so häufen sich doch derartige Hitzewellen – wie von Klimaforschern angesichts der Erderwärmung prognostiziert. Auch 2016 herrschte im Nahen und Mittleren Osten eine extreme Wärmebelastung von mehr als 70 Grad Celsius. Angesichts der gegenwärtigen Temperaturentwicklung befürchten manche Wissenschaftler sogar, dass die Region bis zum Ende des Jahrhunderts nicht mehr ohne technische Hilfe bewohnbar sein dürfte.