Der heilige Nikolaus war für seine Gaben und Hilfe für die Armen bekannt. Auf seiner Person gründet die Legende vom Nikolaus (und auch vom Weihnachtsmann), und viele Glaubensgemeinschaften des Christentums verehren ihn noch heutzutage. In der Provinz Antalya entdeckten Forscher bei der Radar-Vermessung einer altertümlichen Tempelanlage nun ein Gräberfeld. Sie vermuten, dass die berühmte Person dort ihre letzte Ruhe fand, wie laut der englischsprachigen türkischen Zeitung "Daily Sabah" ein beteiligter Archäologe der türkischen Zeitung "Hurriyet" berichtete.

Die mutmaßlichen Gräber befinden sich genau unter der Sankt Nikolauskirche in Demre, Antalya – der Stadt, die auf den Ruinen von Myra erbaut wurde. Dort soll der heilige Nikolaus im 4. Jahrhundert das Licht der Welt erblickt und anschließend gelebt haben. Bis heute ist jedoch nicht abschließend bewiesen, wo sich seine sterblichen Überreste befinden; da er als Heiliger angesehen wird, gelten seine physischen Überreste jedoch als Reliquien und werden von Katholiken verehrt. Gemäß der verbreitetsten Theorie stahlen italienische Seeleute seine Gebeine etwa 700 Jahre nach seinem Tod. Sie brachten die Knochen in die Krypta der Basilika San Nicola an der Südostküste Italiens, wo sie immer noch liegen. Laut forensischen Untersuchungen handelt es sich dabei um die Überreste eines 72- bis 80-jährigen Mannes. Im Jahr 2009 verlangten türkische Archäologen sogar von der italienischen Regierung die Rückgabe der Knochen, was jedoch nicht geschah.

Auf Grund von Informationen aus alten Schriftstücken glauben die türkischen Archäologen allerdings, dass sich seine Gebeine noch in der Gegend um Demre befinden. Und sie vermuten, dass das Gräberfeld im Tempelkomplex unter der modernen Kirche ein heißer Kandidat für die letzte Ruhestätte des heiligen Nikolaus ist. Um nun wirklich feststellen zu können, was unter dem Fußboden des Gebäudes liegt, müssen sie das komplexe Mosaikfliesenmuster entfernen. Sollten sie bei ihren Ausgrabungsarbeiten tatsächlich Knochen finden, werden erst Datierungsmethoden und ein DNA-Test Gewissheit bringen. Bis dahin werden die italienischen Katholiken sicherlich darauf beharren, im Besitz der wahren Überreste zu sein.