Noch rund 17 Monate trennen die US-Raumsonde New Horizons von ihrem nächsten Ziel, dem kleinen Kuipergürtelobjekt 2014 MU69. An ihm soll die Sonde am 1. Januar 2019 in geringem Abstand vorüberziehen. Um abzuschätzen, was die ehemalige Plutosonde dort erwartet, beobachteten Forscher und Amateurastronomen drei verschiedene Sternbedeckungen durch 2014 MU69, die allesamt nur von Südamerika aus sichtbar waren. Bei den ersten beiden Passagen am 3. Juni und am 10. Juli 2017 wurden offenbar keine Signale einer Bedeckung registriert, aber beim letzten Ereignis am 17. Juli 2017 konnte mit fünf Amateurteleskopen im Süden Argentiniens ein kurzzeitiges Verlöschen des bedeckten Sterns für wenige Sekunden beobachtet werden. 2014 MU69 ist so leuchtschwach, dass er sich mit den Amateurteleskopen nicht direkt beobachten lässt. Erst wenn er vor einem Stern durchläuft und dieser scheinbar erlischt, macht er sich bemerkbar.

Wie könnte das Kuipergürtelobjekt 2014 MU69 aussehen?
© NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute/Alex Parker
(Ausschnitt)
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Besteht 2014 MU69 ein Doppelkörper aus zwei Objekten, die sich so gerade berühren? Dies ist eine der Möglichkeiten, welche sich aus den Beobachtungen einer Sternbedeckung am 17. Juli 2017 ergibt (künstlerische Darstellung).

Aus den fünf Lichtkurven, die mit hoher zeitlicher Auflösung aufgezeichnet wurden, lässt sich ein grobes Profil des Himmelskörpers erstellen, denn selbst im Weltraumteleskop Hubble erscheint 2014 MU69 nur als ein schwacher Lichtpunkt ohne räumliche Ausdehnung. Die Daten zeigen, dass 2014 MU69 maximal etwa 30 Kilometer lang ist, während seine Breite 15 bis 20 Kilometer nicht überschreitet. Die Forscher um Alan Stern, den Chefwissenschaftler von New Horizons, vermuten, dass 2014 MU69 entweder einer rundlichen Zigarre oder einem amerikanischen Football ähnelt oder dass er ein Doppelkörper aus zwei kleineren Objekten sein könnte. Auch eine so bizarre Form wie diejenige des Kerns des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko – scherzhaft auch als Quietscheentchen bezeichnet – halten sie für möglich.

Wie könnte das Kuipergürtelobjekt 2014 MU69 aussehen?
© NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute/Alex Parker (künstlerische Darstellung)
(Ausschnitt)
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Ähnelt 2014 MU69 eher einer dicken Zigarre oder einem amerikanischen Football? Auch eine solche Form wäre nach den Ergebnissen einer Sternbedeckung am 17. Juli 2017 für diesen Himmelskörper möglich.

Erst wenige Wochen vor dem Vorbeiflug wird auf den Bildern der hochauflösenden Kamera LORRI an Bord von New Horizons von 2014 MU69 mehr als nur ein Lichtpunkt zu sehen sein – dann wird sich erweisen, was die Sonde tatsächlich antreffen wird. Auf jeden Fall werden ihre Bilder zum ersten Mal ein kleines Mitglied des Kuipergürtels zeigen, der sich jenseits der Umlaufbahn des äußersten Planeten Neptun um unsere Sonne erstreckt. Da der Himmelskörper sehr klein ist, dürfte er sich in den 4,5 Milliarden Jahren seit seiner Entstehung kaum verändert haben. New Horizons kann somit Urmaterie unseres Sonnensystems aus der Nähe erkunden.