Selbst gesundheitsbewusste Menschen kommen oftmals nicht drum herum, viele Stunden am Tag sitzend am Schreibtisch zu verbringen. Wissenschaftler schlagen deshalb schon länger Alarm: Wie verschiedene Studien zeigen, tut uns ein solcher Lebensstil nämlich gar nicht gut, kann bisweilen sogar die Sterblichkeit nach oben treiben. Die gängige Empfehlung lautet daher, sich regelmäßige Pausen zu gönnen, aufzustehen und sich zu bewegen. Wissenschaftler um Janet Cade von der University of Leeds fanden nun aber Hinweise darauf, dass vielleicht auch kleinere Bewegungen schon ausreichen, um den Gefahren durch die Schreibtischarbeit zu entgehen: Wer eher zappelig ist und ohnehin nicht still sitzen kann, muss sich offenbar auch um seine Gesundheit weniger Sorgen machen.

Die Forscher zogen für ihre Untersuchung die Daten eines Follow-ups zur University of Leeds’ UK Women’s Cohort Study heran, das das Gesundheitsverhalten von mehr als 35 000 Frauen aus Großbritannien zwischen 35 und 69 Jahren erfasste. Dabei entdeckten sie, dass lediglich jene Probandinnen, die eigenen Angaben nach nur sehr seltenen zu ruhelosen Bewegungen auf dem Schreibtischstuhl neigten, tatsächlich eine erhöhte Sterblichkeit aufwiesen, wenn sie regelmäßig lange Zeit am Stück saßen. Bei jenen Teilnehmerinnen, die sich dagegen als "moderat oder sehr zappelig" beschrieben, zeigte sich dieser Zusammenhang nicht. "Unsere Ergebnisse stützen die Annahme, dass man es am besten vermeiden sollte, über längere Zeit hinweg still zu sitzen", sagt Coautor Gareth Hagger-Johnson. "Selbst Zappeln scheint in diesem Fall Pause genug zu sein, um einen Unterschied zu machen." Ob aber wirklich ein kausaler Zusammenhang zwischen Herumgezappel und weniger gesundheitlichen Konsequenzen durch Schreibtischarbeit besteht, bleibt unklar. Es könnte etwa auch einfach sein, dass fittere Menschen generell einen stärkeren Bewegungsdrang verspüren.