Die Hälfte ihrer Flugstrecke zum Jupiter hat die US-Raumsonde Juno am 12. August 2013 zurückgelegt, als sie 9,46 Astronomische Einheiten oder 1,42 Milliarden Kilometer auf ihrer Bahn durch das Sonnensystem geflogen war. Allerdings ist sie seit ihrem Start am 5. August 2011 ihrem Ziel kaum nähergekommen. Juno befindet sich derzeit auf einer Sonnenumlaufbahn, die sie nach einem Vorstoß bis in den Asteroidengürtel jenseits der Marsbahn wieder zur Erde zurückführt. Diese erste Runde durch das Sonnensystem dient dazu, die Sonde auf eine Bahn zu bringen, die ihr ein Schwungholen an der Erde ermöglicht. Erst dadurch kann sie Jupiter überhaupt erreichen, denn die Trägerrakete, mit der die Sonde in eine Erdfluchtbahn eingeschossen wurde, hatte nicht genug Antriebsleistung, um Juno in eine direkte Bahn zum Riesenplaneten zu bringen. Eine solche Rakete wäre viel zu teuer gewesen und hätte den Budgetrahmen des Juno-Projekts gesprengt.

Die Jupitersonde Juno
© NASA, JPL / Caltech
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Das Swingby-Manöver wird am 9. Oktober 2013 stattfinden, wenn sich Juno der Erdoberfläche bis auf 559 Kilometer nähert. Dabei wird die Sonde auf Kosten der Bahnenergie der Erde um 7,3 Kilometer pro Sekunde beschleunigt. Für unseren Planeten hat dieser Energieverlust keine messbaren Folgen, da seine Masse im Vergleich zu derjenigen von Juno gigantisch groß ist. Erst dann hat die Sonde genug Schwung, um Jupiter am 4. Juli 2016 um 16:29 Uhr MESZ zu erreichen. Dort angekommen, soll sie durch Zünden ihres Bordantriebs in eine Umlaufbahn um den Gasriesen eintreten und ihn rund 33-mal umkreisen.

Juno soll vor allem das mächtige Magnetfeld, die extrem starken Strahlungsgürtel und die Atmosphäre des Planeten erkunden. Zudem erhoffen sich die Forscher auch Aufschluss über den inneren Aufbau von Jupiter. Sie möchten die Frage klären, ob Jupiter tief in seinem Inneren über einen festen Kern verfügt, der ähnlich wie die Erde aus Silikatmineralen sowie metallischem Eisen und Nickel besteht. Denkbar ist aber auch, dass der Gasriese keinen derartigen Kern aufweist. Bei ihren Umläufen wird sich Juno bis auf 5000 Kilometer den bunten Wolken von Jupiter nähern, so dicht wie noch keine Sonde zuvor. Juno wird den "König des Sonnensystems" auf einer stark elliptischen polaren Bahn umrunden, die so ausgelegt ist, dass sie die dichtesten und gefährlichsten Bereiche der Strahlungsgürtel sowie die dünnen Jupiterringe meidet. Die Sonde ist neben den Messinstrumenten mit einer Weitwinkelkamera ausgestattet, von der man sich spektakuläre Bilder der turbulenten Jupiteratmosphäre erhoffen kann.