Die in Ozeanien heimischen Palmkakadus sind hübsche graue Papageien mit roten Wangenflecken, sie überzeugen vor allem auch durch außergewöhnliche instrumentale Vorlieben: Die Tiere trommeln mit eigens produzierten Werkzeugen, um ihr Revier gegenüber der Konkurrenz abzustecken und vor interessierten Weibchen zu prahlen. An den Drums zeigen die Vögel sich dabei genauso rhythmussicher und kenntnisreich wie begabte menschliche Perkussionisten, berichten nun australische Forscher beeindruckt, nachdem sie den Beat von 18 trommelnden Kakadus belauscht und ausgewertet haben.

Qualitativ hochwertig und zweckgerichtet ist schon das Material, mit dem Probosciger-aterrimus-Männchen vorgehen, fasst Rob Heinsohn von der Australian National University in "Science Advances" zusammen: Die Kakadus sammeln dicke Trommelstöcke, Samenkapseln oder Schoten und setzen diese dann gerne an hohlen Ästen und Baumstämmen ein, um den Effekt zu maximieren. Zudem halten sie auch über lange Sequenzen erstaunlich gut den Takt, wie die Auswertungen zeigen.

Der Stil der Kakadu-Drummer ist dabei von Tier zu Tier unterschiedlich: Manche Männchen takten langsam, andere deutlich schneller, und einige beginnen eher mit einem improvisierten Trommelvorspiel, bevor sie den Vortrag in einen eigenen Rhythmus münden lassen, berichtet Heinsohn. Wahrscheinlich können einzelne Individuen daher nicht nur von lauschenden Wissenschaftlern, sondern auch von anderen Kakadus schon aus großer Entfernung identifiziert werden, vermuten die Forscher.

Rätselhaft bleibt für sie noch, warum einzelne Männchen gelegentlich auch ganz darauf zu verzichten scheinen, sich als Drummer zu vermarkten – die Wissenschaftler wollen deshalb in einem nächsten Schritt Daten darüber sammeln, welchen Effekt die Trommelei wirklich auf den Fortpflanzungserfolg hat. Immerhin scheinen die Männchen allen Videobeobachtungen zufolge vor allem vor Weibchen zu spielen – während sich Männchen einem lautstarken, fremden Beat gegenüber stets völlig unbeteiligt zeigen.