Bestimmte Mausstämme können sich besser in das Leiden ihrer Artgenossen einfühlen als andere, wie Forscher um Jules Panksepp von der University of Wisconsin in Madison zeigten. Das lässt darauf schließen, dass Empathie zumindest zu einem gewissen Teil vererbt werden kann.

Die empathischen Tiere reagierten auf ein akustisches Signal mit einer Angstreaktion, wenn Artgenossen in einem Nachbarkäfig auf denselben Ton hin regelmäßig einen Schmerzschrei ausgestoßen hatten. Die Mäuse – die sie nur hören und riechen, aber nicht sehen konnten – waren, während das Signal ertönte, mit elektrischen Schlägen traktiert worden.

Ein anderer Mausstamm dagegen reagierte unter den gleichen Bedingungen nicht auf den Ton. Diese Tiere konnten sich offensichtlich nicht in ihre quiekenden Käfignachbarn hineinversetzen.

Was die unterschiedliche Veranlagung der Nager bewirkt, können die Forscher allerdings noch nicht sagen. In früheren Untersuchungen hatten sich Mäuse des empathischeren Stamms auch als geselliger und sozialer gezeigt, was einen Zusammenhang zwischen Einfühlungsvermögen und sozialem Verhalten nahelegt. Zwillingsstudien an Menschen hatten schon auf eine mögliche Vererbung empathischer Leistungen hingedeutet. Bei der Erforschung von Krankheiten wie dem Autismus könnte dieser neue Beleg in Zukunft wichtige Hinweise geben, meinen die Forscher. (ff)